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Geschichte

Lappersdorf wurde am 20. September 1997 zum Markt erhoben. Damit begann ein völlig neues Kapitel einer Geschichte, die über Jahrhunderte eher im Dunkel verlief und keine Glanzpunkte aufzuweisen hatte.

Zwar gab es im Gemeindegebiet in der Jungsteinzeit einen Rastplatz, was zahlreiche Funde belegen; dies resultierte wohl aus der günstigen Lage. Dann aber hören wir über diesen Raum lange nichts mehr, trotz der großen Nähe zur bedeutenden Siedlung Regensburg.
Die erste schriftliche Erwähnung, die nicht genau datierbar ist, wohl aber aus dem frühen 11. Jahrhundert stammt, findet sich im Traditionsbuch von St. Paul / Mittelmünster in Regensburg; demnach verschenkte eine Klosterfrau namens Judith ihren Hof in Lappersdorf an St. Paul.
Lappersdorf war also im 10. bis 11. Jahrhundert in der Hand einer freien, vielleicht adeligen Familie, die hier einen Hof hatte und davon ausgehend begann, den Ort auszubauen. Dieser Hof, der um das Jahr 1200 an das Kloster St. Emmeram überging, war die Keimzelle von Lappersdorf und spielte bis ins 19. Jahrhundert eine große Rolle; er lag auf dem Areal unterhalb der heutigen Kirche und war das einzige lebensfähige landwirtschaftliche Anwesen im Ort. In einer Urkunde des Papstes Lucius III. vom 28. Februar 1185 werden dem Stift zur Alten Kapelle in Regensburg Besitzungen u. a. in Lappersdorf bestätigt.

Auch die Orte Kareth und Hainsacker sind um diese Zeit bezeugt. Kareth war ein altes Weinanbaugebiet vor den Toren von Regensburg und wird erstmals um 1070 in den Traditionen des Klosters Mittelmünster erwähnt.
Hainsacker taucht um 1140 in den Traditionen des Klosters Prüfening auf und wird in der ersten urkundlichen Erwähnung 1224 als "Pfarre" ausgewiesen.
Neben kirchlichen Institutionen waren spätestens seit dem 13. Jahrhundert die Wittelsbacher Herzöge Grundbesitzer in Lappersdorf; sie siedelten Kleinbauern an, denen wenig Grund zur Verfügung stand und die vorwiegend vom Weinbau und vom Fischfang lebten. Zwar wurde der Weinbau gegen Ende des Mittelalters aufgegeben, doch die Struktur unseres Raumes blieb landwirtschaftlich orientiert.

Da der Boden nicht sehr fruchtbar war, waren die Anwesen gerade in Lappersdorf klein, und die Zahl der Einwohner wuchs nur sehr langsam.
Der Ort Lappersdorf war dabei das Armenhaus dieser Gegend; so kam es, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als durch die Edikte des Grafen Montgelas erstmals politische Gemeinden gebildet wurden, die Kommune, die bis 1978 Bestand haben sollte, Oppersdorf hieß, nicht Lappersdorf, obwohl hier mehr Häuser standen und mehr Menschen lebten, aber eben die Häusler, einfache Arbeiter, während in Oppersdorf die reichen Bauern saßen. Noch im Jahre 1939 hatte die Gemeinde nur 1.345 Einwohner, während es Hainsacker und Kareth auf 1.988 brachten, also miteinander deutlich größer waren.

Der Wandel setzte in der Zeit nach dem Krieg ein. Das ehemalige Straßendorf am Regen änderte seinen Charakter; trotz der schwierigen Topographie wurden auf den angrenzenden Hügeln neue Wohngebiete geschaffen, und die Zahl der Bewohner nahm zwischen den Jahren 1955 und 1975 von 2.070 auf 5.338 zu, während nun Hainsacker und Kareth mit zusammen 4.512 deutlich zurückblieben.

Mit Urkunde vom 19.03.1958 wurde die Gemeinde Oppersdorf auf Gemeinde Lappersdorf umbenannt. Bei der Gebietsreform des Jahres 1978 schlossen sich Lappersdorf, Kareth und Hainsacker freiwillig zu einer neuen Gemeinde zusammen und diese Vereinigung hat sich bewährt.
Dieser Raum wies früher schon viele Verflechtungen auf. Er ist mit rund 34 km² überschaubar; heute leben hier über 13.900 Menschen und sie wohnen gerne hier. Voraussetzung, dass die Probleme, die eine Gebietsreform solchen Ausmaßes mit sich brachte, rasch gelöst werden konnten, war der Wille des Gemeinderats, alle Gemeindeteile gleich zu behandeln und sie auf denselben Ausbauzustand zu bringen. Seither entstanden überall überschaubare Baugebiete, die meist verkehrsberuhigt angelegt sind, viel Grün enthalten und einen hohen Wohnwert bieten. 99 % aller Häuser sind an das Kanalnetz angeschlossen. 71 km Gemeindestraßen erschließen 29 größere oder kleinere Ortschaften.

4 Schulen, darunter das neue Gymnasium, das im September 2012 seinen Betrieb aufgenommen hat, wurden gebaut oder unter hohem Aufwand saniert.  Allein in den letzten Jahren wurden 4 Kindergärten entweder neu errichtet oder erheblich vergrößert; die Richtlinie, dass für jedes Kind ein Kindergartenplatz zur Verfügung steht, ist bei uns längst erfüllt. Ein Jugendtreff sowie eine Krabbelstube sind ebenso vorhanden, Horteinrichtungen sind an die Schulen angegliedert.
Ein groß ausgelegter gemeindlicher Bauhof kann alle Aufgaben erfüllen, die ihm gestellt werden.

Ein wesentlicher Schwerpunkt war in jüngster Vergangenheit die Gestaltung der Ortskerne. Die Ortsdurchfahrt in Lappersdorf wurde verkehrsberuhigt ausgebaut, die Ortsmitte in Kareth, Hainsacker, Lorenzen und Baiern erhielt ein neues Aussehen. Überall wurden zentrale Plätze geschaffen; als Beispiel dafür sei der Pfarrer-Haueisen-Platz in Hainsacker genannt.

Großes Augenmerk wurde auch auf den Sportbereich gerichtet. Auf Kareths Höhen entstand auf 7,2 ha Fläche ein Sportzentrum mit vielfältigen Anlagen und zwei Hallen, darunter eine Dreifachturnhalle; ein großes Sportgelände gibt es auch in Hainsacker, und selbst der kleine Ort Lorenzen besitzt zwei Rasenspielfelder und ein Sportheim. Die Sporthalle in Hainsacker ist architektonisch und funktional ein Meisterwerk. Das Freizeitgelände "Am Regen" im Ortsteil Pielmühle lockt Besucher aus der gesamten Region an. Das Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins ist im ganzen Ostbayerischen Raum bekannt.
Lappersdorf ist außerdem Sitz einer Landesfeuerwehrschule, in der Feuerwehrdienstleistende aus ganz Bayern ausgebildet werden.

Im sozialen Wohnungsbau wurden 18 Wohnungen für finanziell schwächere Gemeindebürger errichtet. Unsere Krankenpflegestation führt pro Jahr 17.000 Hausbesuche durch. Mit ca. 20.000 Büchern und vielen anderen Medien nimmt auch unsere Marktbücherei eine hervorragende Stellung ein. Die Veranstaltungen des Lappersdorfer Bildungswerkes und der Volkshochschule finden ebenso viel Anklang. Beträchtlich ist auch die Förderung, die die Pfarrgemeinden erfahren haben. Sie erhielten und erhalten für Renovierungen und Neubauten von Kirchen oder Pfarrheimen einen Zuschuss von 20 Prozent, was wohl weit und breit einmalig ist. Auch die über 130 örtlichen Vereine und Gruppierungen werden tatkräftig unterstützt.

Durch diese sprunghafte Entwicklung ist Lappersdorf natürlich auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor in diesem Raum geworden. Mehr als 800 Betriebe, von denen die meisten in den Bereich Dienstleistungen, Handel und freiberufliche Tätigkeit gehören, bieten über 2.000 Arbeitsplätze, von denen rd. 300 in der Beschützenden Werkstätte behindertengerecht sind.

Im Gegensatz zum derzeitigen Trend sind in Lappersdorf die Arbeitsplätze krisensicher und ihre Zahl nimmt nicht ab, sondern steigt kontinuierlich. Rund. 6 Mio. Euro gemeindliche Investitionen pro Jahr kommen überwiegend der Wirtschaft dieses Raumes zugute und stärken sie.

Diese Streiflichter mögen genügen. Sie belegen den rasanten Aufschwung, den Lappersdorf in den letzten Jahrzehnten genommen hat. Die Gemeinde ist aus dem Schatten der Geschichte herausgetreten. Aus dem ehemals unscheinbaren Ort wurde ein blühendes Gemeinwesen, dem die Ehre widerfuhr, zum Markt erhoben zu werden.

Wir sehen darin eine Anerkennung der Leistungen, die hier vollbracht wurden, eine Bestätigung dafür, dass der eingeschlagene Weg richtig war, und eine Aufforderung, auch in Zukunft so weiterzuarbeiten zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, denen wir eine willkommene Heimat im Markt, im Landkreis Regensburg, im Bezirk Oberpfalz und in unserem Bayernland schaffen und erhalten wollen.